An dieser Stelle wollen wir schon mal los werden, wie schön die Unterkünfte in den Steinhäusern sind und wie wunderbar und reichhaltig das türkische Frühstück ist.
Auf unserem Tisch landen unzählige Schälchen, gefüllt mit verschiedenen Oliven, Tomaten, Gurken und einer Auswahl an türkischem Weißkäse (Beyaz Peynir) in den unterschiedlichsten Formen. Dazu gesellen sich hausgemachte Marmeladen, herzhafte Salate, knusprige Cigara Börek, Gözleme, warme Eierspeisen wie Menemen oder Omelette, sogar Pommes Frites, sowie Gebäck, Obst und dazu körbeweise Fladenbrot. Unser absoluter Geheimtipp ist jedoch die Kombination aus Pekmez (Traubensirup) und Tahin (Sesammus) als süßer Brotaufstrich.

Heute ist der fünfte und letzte Tag unserer Etappen-Wanderung. Über dem Ort erhebt sich das imposante, rund 60 Meter hohe Felsenschloss von Uçhisar, dessen zahlreiche Stockwerke von einem weit verzweigten Netz unterirdischer Gänge und Räume durchzogen und teilweise noch zugänglich sind. In den in den Burgfelsen gehauenen Wohnhöhlen lebten ursprünglich etwa 1.000 Menschen. In einem kleinen Park in unmittelbarer Nähe befinden sich weitere kegelförmige Felssäulen aus Tuffstein, die man hier Feenkamine (türkisch: Peri Bacaları) nennt. Einige wenige sind zum Teil sogar noch bewohnt.





Wir machen von hier aus einen Abstecher in das nahe Taubental (Güvercinlik Vadisi), um ein paar Einblicke zu erhaschen. Eine kleine Wandergruppe kommt uns entgegen und der türkische Guide fragt uns lachend: „You look prepared like a German. Are you?“




Würden wir dem Taubental folgen, wären wir zu schnell am Ziel, denn Göreme ist nicht sehr weit weg. Daher biegen wir ab, zu einer größeren Runde durch das Zemi Tal.
Im Zemi Vadisi laufen wir durch eine weitere malerische Tal-Landschaft. Auf halber Strecke haben zwei versteckte Kirchen unseren Entdeckergeist geweckt. Um in das Innere der Sarnic Kilisesi zu gelangen, müssen wir unsere Kletterkünste unter Beweis stellen und in ein abgelegenes Loch im Fels steigen. Drinnen entdecken wir detaillierte, gut erhaltenen Wandgemälde aus dem 11. Jahrhundert.
Bevor wir in Göreme ankommen, durchstreifen wir im letzten Abschnitt des Zemi-Tals noch einmal eine Landschaft, die wie eine konzentrierte Zusammenfassung des bislang erlebten Formenreichtums wirkt, den uns die vergangenen Wandertage geboten haben – und die doch zugleich wieder ganz anders und einzigartig ist.






In Göreme angekommen, probieren wir abends Pide: verschiedene Beläge, wie Champignons und Käse oder Spinat, auf einem knusprigen Teigschiffchen, im Holzofen gebacken.



Am nächsten Tag soll sich voraussichtlich die Sonne nicht blicken lassen. Die besten Voraussetzungen also, um sich die unterirdischen Städte einmal genauer anzusehen.
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