Von Ortahisar nach Çavuşin

Ein weiterer Regentag erwartet uns zu unserem dritten Wandertag. Die Laune lassen wir uns nicht verderben, den gleich zu Beginn des Weges liegt das Hallaç Kloster, ein monumentaler, aus dem Fels gehauener Klosterkomplex aus dem 11. Jahrhundert teils mit Ornamenten bemalt. In den Innenräumen verbirgt sich auch eine große säulengetragene Kuppelkirche. Untermalt mit dem hallenden Gurren der Tauben bietet sich uns darin eine ganz besondere Atmosphäre.

Unser nächster Zwischenstopp führt uns zu der ikonischen Felsengruppe Üç Güzeller, die „die drei Schönheiten“ genannt wird und als Wahrzeichen der Region gilt.

Nun steigen wir zu unserem eigentlichen Pfad hinab in die Schlucht Meskendir Vadisi, wo wir gerade noch einen Goldschakal in eins der Höhlenlöchern verschwinden sehen. Der landschaftlich spektakuläre Weg führt uns teils durch schmale Canyons und meterhohe Felsentunnel, aber auch an Wohnhöhlen mit spitzem pilzförmigen Dach, inklusive Wein- und Obstgarten vorbei. Als unser Wanderweg sich langsam in einen rauschenden Bach verwandelt, tut sich mitten im Nirgendwo ein kleines Höhlencafé auf. Bei dem freundlichen Gastgeber können wir uns bei einem türkischen Kaffee und getrockneten Aprikosen am Ofen aufwärmen.

Bald biegen wir ab in Richtung Kızılçukur, dem Roten Tal. Die Landschaft ändert sich nun wieder und taucht die Felsen in kunstvolle Rottöne. Auf der Schwelle vom roten zum rosafarbenen Tal (Güllüdere) besuchen wir die Felsenkirche Haçlı Kilise, deren byzantinische Fresken noch sehr gut erhalten sind.

Nach noch einem recht abenteuerlichen rutschigen Abstieg ins rosafarbene Tal, erreichen wir schließlich einige Kilometer später, komplett durchnässt, unsere Unterkunft im Dorf Çavuşin, die zum Glück viele Heizkörper zum Trocknen bietet.

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